08 Dezember 2006

 

Nichts Besonderes

Viel Berichtenswertes gibt es nicht in diesen Tagen. Es ist grau und kalt, aber der Schnee von neulich ist schon wieder weggetaut und neuer vorerst nicht in Sicht. Es muß also noch nicht Schnee geschaufelt werden morgens.
Was machen wir stattdessen?
Ich gebe jetzt immer regelmäßiger zwei Freundinnen Deutsch-Unterricht, der aber nicht sehr konzentriert verläuft, weil Jakob immer dazwischenfunkt. Dann ist morgen dieses Kochevent in Esashi, nächste Woche außerdem ein öffentliches Weihnachtsplätzchenbacken in Kitakami, das auch vorbereitet sein will; zudem haben wir diesen Monat jede Menge Leute zum Essen zu uns eingeladen. Einige dieser Einladungen sind schon sehr lange fällig, und man hat mit dem immer näher kommenden Jahresende das Gefühl, sie müßten doch noch dieses Jahr zustande kommen. So hatten wir gestern abend zum Beispiel das nette Ehepaar da, das solange in Deutschland gelebt hat, und dazu noch ein anderes älteres Paar, das in der Nähe wohnt; die Frau lernt schon länger Deutsch und sprach uns eines Tages auf der Straße an, seitdem gehe ich öfters nachmittags zum Tee bei ihnen vorbei und wollte mich jetzt mal revanchieren. Jakob wurde mit Geschenken überschüttet, z.B. gab's einen großen Krankenwagen, den er gleich mit ins Bett nahm, wir aber auch: mit Wein, selbstgemachtem Sake und einer riesigen Platte mit selbstgeräucherten Würstchen und Meeresfrüchten; leider habe ich versäumt, ein Foto zu machen. Ich hatte - als Generalprobe sozusagen - das Essen gekocht, das ich morgen vorkochen will (Bericht folgt dann). Alles hat gut geklappt, das Timing stimmt - nur fürchte ich, daß die nachden deutschen Rezepten übliche Portionsgröße vielleicht zu groß ist für den japanischen Appetit.

Da ich außerdem mit den eigentlich angestrebten Adventsangelegenheiten (Adventskranz, Adventskalender, Adventsdekoration) sehr in Verzug bin bzw. sie ganz verschwitzt habe (Nikolaus), soll es dann in zwei Wochen wenigstens ein richtiges Weihnachten geben, mit Baum und Kerzen und Brötle (hochdeutsch: Plätzchen), denn ich finde; Jakob ist jetzt in einem Alter, indem er sich schon darüber freuen kann, so daß sich das "lohnt". Das alles will vorbereitet sein; den Baum z.B. bekommen wir von Freunden geliehen, einen echten in einem Topf (normalerweise gibt's hier nur welche aus Plastik), der muß aber einige Tage lang langsam akklimatisiert werden, weil er normalerweise draußen wohnt und den Wärmeschock sonst nicht überstehen würde.
Hier als Rückblick ein paar Bilder vom letztjährigen Weihnachten - damals hatte ich ja noch nicht mit dem Bloggen angefangen:
Weihnachtsgäste - unser geliehenes Bäumchen - die Nachbarn mit Geschenken


Und jede Menge Schnee lag da schon, Mannomann.


Ansonsten sind da halt, wenn nicht gerade ein Fieberanfall ansteht wie letzte Woche, die üblichen Alltagsevents, Kindergruppe, Japanischunterricht, Jakobs Kindergartentage - er fängt jetzt immer an, laut "Nein!" zu rufen, wenn er an der Richtung, die ich mit dem Auto einschlage, erkennt, wohin die Fahrt geht. Bei der Übergabe heult er wie am Spieß, so daß ich mit schlechtem Gewissen und dem Gefühl, eine fiese Rabenmutter zu sein, davonschleiche; aber die Damen berichten hinterher immer, er habe nur noch ein bißchen geweint und ansonsten fröhlich gespielt und auch schön gegessen. Na also.

So, jetzt wißt ihr, wie ich meine Dezembertage verbringe. Und der arme Thomas muß arbeiten (und fährt derzeit trotz der Kälte immer noch mit dem Fahrrad die 8 km zu seinem Institut!).

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