17 März 2006

 

Sonne, Sake, Sojasauce

Seit heute nacht fegt ein Frühlingssturm übers Land, das Haus ächzt und knarzt, und sintflutartiger Regen wird hoffentlich bald die letzten schmutzigen Schneehaufen wegschmelzen lassen.
Viel Neues wird wohl nicht passieren, deshalb ein kleiner Rückblick auf das letzte Wochenende, wo von Thomas' Institut aus ein kleiner Betriebsausflug stattfand, den zu beschreiben ich bisher zu faul war.
Bei strahlendem Wetter wurde aufgebrochen Richtung Meer, aber nicht sehr eilig: Nach einer halben Stunde Fahrt schon wurde der erste Stop eingelegt, an einem der für Überlandstraßen typischen Gemüse-Toiletten-Mitbringsel-Kaffee-Rastplätze, alle stürmten hinaus, warum, ist mir nicht ganz klar; nach zehn Minuten, in denen Jakob in den alten Pfützen auf dem Parkplatz herumpatschte, ging's weiter, alle hatten Getränkedosen gekauft und Knabberzeug und allerlei Leckereien aus einer kleinen in die Raststätte integrierten Bäckerei - Thomas brachte eine kleine, warme, fettige Pizza mit, hmmm, vor allem morgens um neun.
Anderthalb Stunden später waren wir fast am Meer. Das sollten wir dann nur aus der Ferne sehen, denn es gab allerhand Programm.
Zuerst die Besichtigung einer alten, renommierten Sojasaucenfabrik:













Dazu mußte man sich um der Hygiene willen ziemlich komisch ausstaffieren, deshalb blieben Jakob und ich lieber draußen und vertrieben uns in dem nach klassisch japanischer Manier gestalteten Innenhof die Zeit.
( a propos Hygiene: in einer Chemie-Vorlesung hat mal ein Prof erzählt, billige Sojasauce würde hergestellt, indem man Tierkadaver in Salzsäure auflöst und dann Mit Natronlauge neutralisiert. Lecker. Scheint aber hier nicht so gemacht zu werden.)


















Die Fabrikvisite zog sich hin, und nach einer Weile wurden wir von der hier wohnenden Eignerfamilie in deren Wohnzimmer gebeten, wo Jakob aufs Einträchtigste mit der zweijährigen Tochter und deren Autos spielte, während mehrere weibliche Generationen der Familie uns entzückt Gesellschaft leisteten.
Und so wird die Sojasauce gemacht, mit Weizen, wer hätte das gedacht. Zum Schluß konnte man die obligatorischen Mitbringsel für Familie und Freunde kaufen - wer würde in Deutschland schon Sojasauce und eingelegtes Gemüse verschenken, aber hier war das der Renner.



Dann: Mittagessen. Jakob:"Leckerlecker!" Er liebt Reis, Tofu und hübsche Häppchen.

Dannach ging es eilig weiter zu einer Sake-Fabrik, die auch besichtigt wurde. Jakob und ich blieben wieder draußen, fanden ein hübsches altes Haus, vor dem wir eine Weile in der Sonne saßen und sahen dann dem Busfahrer zu, der nonstop damit beschäftigt war, seinen kleinen Bus zu wienern, er polierte sogar die Radmuttern!

Danach war es immer noch nicht zu Ende (solcherlei organisierten Ausflüge zeichnen sich in Japan durch ein straffes Programm aus), es kam noch ein Muschel- und Meermuseum, das im Wesentlichen die wirklich atemberaubend große und bunte Muschelsammlung eines passionierten Sammlers zur Schau stellte. Jakob vergnügte sich vorwiegend in der großzügigen Kinderspielecke, und ich entdeckte zu meinem Erstaunen folgendes, in der Abteilung, in der über die Verwendung von Muscheln in der ganzen Welt berichtet wurde:

Mal näher ran, da kommt mir doch was bekannt vor: Na sowas, sind das doch tatsächlich die Elzacher "Schuttig"-Figuren, die mir von den regelmäßigen Treffen der südbadischen Narrenelite in Überlingen seit meiner Kindheit vertraut sind. Nett, die hier am anderen Ende der Welt in Ofunato zu sehen.






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